Umgang mit negativen Gefühlen und Stress

Warum ist Stress-Reduktion und die Rückführung in einen bewussten Ruhezustand, in die innere Mitte, so wichtig? Hier wird es möglich sich selbst wieder zu begegnen und Veränderung zuzulassen.

Viele Probleme im Leben kommen daher, dass wir mit negativen Gefühlen und Stress nicht umgehen können und uns überfordert fühlen. Das ist der Grund warum die meisten Menschen anfangen sich mit Yoga, Achtsamkeit oder Entspannungsmethoden beschäftigen.

Stress-Situationen jeglicher Art (z.B. Überforderung beruflich und privat, Streitgespräche, finanzielle Schwierigkeiten, oder teilweise auch nur der Gedanke an eine solche Situation) machen es im Alltag schwer. Verstandesmäßige und willentliche Handlungen in Stress-Situationen sind schwierig, unsere Lebensziele werden blockiert und wir fahren im Auto-Piloten. In diesen Zuständen reagieren wir normalerweise mit einem als Kind erlernten Verhaltensmuster, dass sich unser Verstand als vorteilhaft gemerkt hat. Routinehandlungen, die unser Gehirn immer als erste Handlungsweise vorschlägt, auch wenn sie uns in der Situation nicht hilft oder sogar schadet. Manchmal bemerkt man es erst, wenn sich aus den fehlgesteuerten Handlungen irgendwann eine leidvolle Situation ergibt, beispielsweise weil die Gesundheit leidet, weil Beziehungen oder die Jobsituation nicht mehr erfüllen oder scheitern.

Der erste Schritt ist es sich seiner inneren Trigger und Reaktionsmustern überhaupt bewusst zu werden. Sich selbst zu beobachten und zu erforschen, mit der Grundhaltung einer neugierigen Beobachtung. Die notwendige aufmerksame Haltung sich selbst gegenüber wird durch Yoga und Meditation geschult. Gleichzeitig findet eine sanfte Rückführung in die innere Mitte statt, wenn man dies zulässt. Man kann erfahren wie gut es tut sich selbst und dem Körper liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Oft tritt unbemerkt nach der Begegnung mit der inneren Mitte der Wunsch zu Tage, diesen Zustand häufiger zu spüren. Es fällt einem immer häufiger auf, wenn man aus der inneren Mitte herausfällt und man beginnt nach Lösungen zu suchen. Dies ist zumeist ein unbewusster Vorgang, es ist ein innerer Wunsch nach mehr Gesundheit, dem wir intuitiv folgen.

Man fängt an wahrzunehmen, was einem gut tut und was nicht. Das kann eine ganz neue Erfahrung sein, denn als Kind lernen die meisten von uns in dieser Gesellschaft zu funktionieren und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zugunsten von Leistung und Anpassung zu unterdrücken.

Dies kann mehr oder weniger stark dazu führen, dass starke Emotionen und verdeckte Gefühle an die Oberfläche kommen. Diese sind in einem unbewussten Zustand unterdrückt. Uns fehlt dann oft noch die Erfahrung im Umgang damit und die Selbstregulation. Auch als Erwachsener ist das aber glücklicherweise mit etwas Geduld noch erlernbar.

Wie der Weg aussieht ist ganz abhängig von der individuellen Konstitution und der Vorgeschichte. Ich selbst habe einen ziemlich heftigen Prozess erlebt, der tiefe Wunden  zu Tage gebracht hat. Aber die innere Stabilität, die ich nach durchschreiten der Täler gewonnen habe und jedesmal aufs neue gewinne, war und ist es allemal wert.

Ganz wesentlich ist auf diesem Weg, dass man sich seiner inneren Ressourcen bewusst ist und eine innere Stabilität wahren kann. Meditation und Yoga sind starke Kraftquellen, aber auch Sport, Natur, oder was einem sonst noch gut tut. Denn diese Prozesse rütteln ganz schön durch und es hilfreich, wenn man sich immer wieder eine stabile Basis schaffen kann. Es braucht den Mut sich dem immer wieder zu stellen, seine Komfortzone zu verlassen und sich zu verändern. Aber es wird einfacher und schöner, denn Veränderung passiert sowieso und es ist angenehmer selbst bewusst zu entscheiden als getrieben zu sein. Der Selbstwert und das Resilienzvermögen steigen durch die bewusst getroffenen Entscheidungen am Anfang unmerklich, und dann immer deutlicher an.

Ein Ende ist vermutlich nie vollkommen erreicht, aber es wird einfach immer leichter, da man gelernt hat sich zu regulieren und sich durch bewusste Entscheidungen durchs Leben zu lenken. Ich glaube so war das Leben ursprünglich auch gedacht, aber die Gesellschaft war bisher eben immer funktionstüchtiger durch angepasste Menschen. Gesünder wird die Gesellschaft aber nur durch gesunde Menschen, die so leben wie sie es möchten.

 

 

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